Spuren des Luftverkehrs

Wer im Bereich der An- und Abflugrouten eines Flughafens lebt, fragt sich eventuell, ob es stimmt, dass Flugzeuge im Landeanflug Treibstoff oder gar Fäkalien ablassen und so benachbarte Wohngebiete verunreinigen. Hier finden Sie entsprechende Informationen.

Wirbelschleppen

Es kommt vor, dass Wirbelschleppen, die besonders bei landenden Flugzeugen häufiger zu beobachten sind, für Kerosinablass gehalten werden. Während des Fluges entstehen bei jedem Flugzeug am Ende der Tragflächen zwei gegenläufige Luftwirbel. Diese Luftwirbel entstehen durch den Druckunterschied zwischen den Ober- und Unterseiten der Tragflächen.
Fährt der Pilot die Landeklappen aus, vergrößert sich die Intensität der Luftwirbel. Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit können diese Wirbelschleppen in Form eines grauen Bandes hinter dem Flugzeug sichtbar werden. Dies kann dann irrtümlich für Fuel Dumping gehalten werden.

Fuel Dumping

Das Ablassen von Kerosin (engl.: Fuel Dumping) während des Fluges ist eine Maßnahme, die äußerst selten und nur in bestimmten Notsituationen unter Einhaltung strengster Sicherheitsbestimmungen von wenigen Flugzeugtypen angewendet wird. Zum Beispiel, wenn nach dem Start Komplikationen an Bord auftreten und sich der Pilot entscheidet, sicherheitshalber sofort wieder zu landen.
Technisch sind zum Treibstoffschnellablass jedoch nur Langstreckenflugzeuge in der Lage. Moderne Flugzeugtypen, wie beispielsweise einige Airbus-Modelle, verfügen überhaupt nicht mehr über Vorrichtungen zum Treibstoffschnellablass.
Die Genehmigung zum Treibstoffschnellablass erteilt die Flugsicherung. Sie lotst das Flugzeug in einen wenig beflogenen Luftraum, der bei mindestens 1.500 Metern Höhe über möglichst dünn besiedeltem Gebiet liegt. Wegen der hohen Geschwindigkeit des Flugzeugs zerstäubt der austretende Treibstoff sofort und verdunstet.
Bei den meisten der heute gängigen Flugzeugtypen ist Fuel Dumping gar nicht mehr vorgesehen, denn die Maschinen können mit dem maximalen Startgewicht auch wieder landen.

Nach der Landung wird abgesaugt

In der Nähe eines Flughafens und gerade im Bereich der An- und Abflugrouten kann leicht der Verdacht aufkommen, es hätte Inhalte von Flugzeugtoiletten "geregnet". Davor muss man aber keine Angst haben.
Die Inhalte der Fäkalientanks können ausschließlich nach der Landung des Flugzeugs mit Hilfe von Spezialfahrzeugen entsorgt werden. Zunächst müssen am Flugzeug verschiedene Sicherheitsklappen und -ventile am Fäkalientank geöffnet werden. Diese lassen sich nur von außen öffnen, also keinesfalls während des Fluges. Anschließend saugen speziell konstruierte Fahrzeuge den Tankinhalt über Schläuche ab.

Blue Ice

Aufgrund undichter Anschlussventile können während des Fluges kleine Tropfen austreten, die im Flug gefrieren und sich nach und nach durch weitere Tropfen vergrößern.
Kommt ein Flugzeug dann beim Landeanflug in wärmere Luftschichten, kann sich der Eisklumpen lösen und herabfallen. Da das Eis manchmal eine Blaufärbung durch das zugesetzte Desinfektionsmittel aufweist, spricht man hier von „Blue Ice“. Um das Auftreten von „Blue Ice“ zu verhindern, wird bei Kontroll- und Wartungsarbeiten auf eine einwandfreie Funktion der Anschlussventile geachtet. Dichtungen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht.
Wer einen „Blue Ice“ Vorfall melden möchte, kann sich gerne an unser Luftqualitätsteam wenden.

Untersuchung von Verunreinigungen

Wer Verschmutzungen auf seinem Auto, seinem Teich, der Fassade des Eigenheims oder seinen Gartenmöbeln bemerkt, die vermeintlich von Flugzeugen stammen, kann sich an das Luftqualitätsteam des Flughafens wenden.
Falls möglich, können vor Ort Proben genommen werden, die zur Analyse an ein externes Labor geschickt werden. Für die Anwohner entstehen dabei keine Kosten.
Bisher wurden bei allen untersuchten Verschmutzungen ausnahmslos natürliche Ursachen festgestellt. So zum Beispiel Vogel- oder Bienenkot sowie Rückstände vom Pollenflug.

Kontakt

Angelika Klein
Angelika Klein Leiterin Luftqualität

Kontakt

Michael van Eyll
Michael van Eyll Umwelttechniker